Überblick

Unter den Begriff der Biomasse fallen in der Energieerzeugung sowohl biologische Abfall- und Reststoffe aus der Gastronomie, Land- und Holzwirtschaft als auch Ackerfrüchte wie Mais und forstwirtschaftliche Holzbrennstoffe wie Scheitholz, Hackschnitzel oder Pellets. In bestehenden Gaskraftwerken kann Erdgas durch gasförmige Biomasse (Biogas) ersetzt werden, die aus flüssigem oder festem organischem Material in Biogasanlagen gewonnen wird. Ansonsten ist vor allem die Verbrennung von fester Biomasse zur Wärmeerzeugung, insbesondere Scheitholz in den Kaminen privater Haushalte und Holzpellets in Zentralheizungen und industriellen Heizkraftwerken verbreitet.

Holz und andere Biomasse

Die energetische Nutzung von biologischen Abfall- und Reststoffen sowie von Anbaubiomasse und Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Strom- und Wärmeversorgung in Deutschland. Das Potenzial für Biomasse (insbesondere Holz) aus Deutschland ist aber schon heute nahezu komplett ausgeschöpft, und die verfügbare Menge wird in Zukunft eher kleiner.

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Wald bei den Taubenklippen, Harz, Mai 2022. Foto: Laurin Mathes

In den Hitze- und Trockenperioden der letzten Jahre ist viel sogenanntes „Kalamitätsholz“ angefallen. Die Verbrennung dieses Holzes ist keine erneuerbare Energiequelle, da es nicht dauerhaft verfügbar ist. Das Potenzial für dauerhaft verfügbare erneuerbare Holzbrennstoffe aus Deutschland ist bereits seit über 10 Jahren ausgeschöpft.

Heizen mit Holz

Etwa drei Viertel der Wärmeenergie, die in Deutschland aus Biomasse gewonnen wird, stammt aus der Verbrennung von Holzbrennstoffen. Die Verbrennung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist einigermaßen klimafreundlich. Die Verbrennung von Holz aus Kahlschlag ist dagegen sogar noch klimaschädlicher als die Verbrennung fossiler Energieträger. Zur energetischen Nutzung werden Bäume von der Wurzel bis zur Krone aus dem Wald entfernt, obwohl gerade verrottende Baumkronen einen wichtigen Lebensraum bilden und dem Boden Mineralien und Nährstoffe zurückgeben.

Raumwärme aus dem Kamin

Nutzer von Kaminen verbrauchen durchschnittlich 20 % mehr Heizenergie pro Quadratmeter als Nutzer von Wohnungen ohne Kamin. Die Kamine reduzieren so zwar den Verbrauch fossiler Brennstoffe, verleiten aber zu einer verschwenderischen Nutzung des wertvollen Rohstoffs Holz, der zudem oft nicht einmal aus nachhaltigen Quellen stammt.

Bioenergie aus sonstigen Rohstoffen

Die zweitgrößte Quelle von Bioenergie sind sogenannte Energiepflanzen, die landwirtschaftlich angebaut werden, und damit leider in Konkurrenz zu Lebensmittelanbau und anderen Flächennutzungen (etwa Freiflächen-Photovoltaik) stehen. Kleine, bisher oft ungenutzte Potenziale bestehen im Bereich der Abfallwirtschaft (Biotonne, Restmüll).

Biomasse in Potsdams Energiewende

In der Energie- und Wärmeversorgung der Stadt Potsdam spielt die Nutzung von Biomasse gegenwärtig eine sehr kleine Rolle: In zwei dezentralen Wärmenetzen stellen mit Biogas befeuerte Blockheizkraftwerke seit 2013 bzw. 2016 zusammen weniger als 0,2 % der in Potsdam installierten thermischen Leistung zur Verfügung.

Bisher werden allerdings weder Grünabfälle aus den Potsdamer Grünanlagen noch die Abfälle der Biotonne energetisch genutzt. Das in den existierenden Anlagen genutzte Biogas wird also aus dem Potsdamer Umland bezogen.

Angesichts der bereits heute unter anhaltenden Trockenperioden leidenden Wälder und Böden Brandenburgs ist eine Ausweitung der Biomassenutzung in Potsdam kaum sinnvoll. Eine Nutzung der innerstädtisch anfallenden Biomasse ist denkbar, das Potenzial ist aber begrenzt.

Quellen:

Clausen et al., Scientists for Future (2022): Heizen mit Holz: knapp, teuer und unerwartet klimaschädlich. https://kurzelinks.de/TODO