Investitionen der öffentlichen Hand

Es kann nicht bestritten werden, dass die Wärmewende den Städten und Kommunen hohe Investitionen abverlangt. Rund ein Drittel dieser Investitionen kann jedoch durch Mittel aus Förderprogrammen gedeckt werden. Im Übrigen werden diese Investitionen langfristig gesehen durch den geringeren Bedarf an den immer teurer werdenden fossilen Brennstoffen kompensiert. 

Die Wärmewende verursacht zudem nicht nur Ausgaben, sondern führt auch zu neuen Einnahmequellen. Durch die Abkopplung von globalen Energiemärkten werden die regionalen Wirtschaftskreisläufe gestärkt, indem beispielsweise neue Arbeitsplätze im Handwerk geschaffen werden. 

Hinzu kommt, dass die Reduzierung von Emissionen der Klimakrise entgegenwirkt, die wiederum die Entstehung von Kriegen, Ressourcenknappheiten, Flüchtlingsbewegungen und Naturkatastrophen begünstigen würde. All diese Klimafolgen wären mit erheblichen Kosten für den Staat verbunden.

Kosteneinsparungen für Bürger*innen

Eine ambitionierte Wärmewende wird sich dämpfend auf die Lebenshaltungskosten auswirken. Während die Preise für fossile Energieträger in Zukunft weiter ansteigen, werden erneuerbare Energien günstiger. Außerdem müssen zur Durchführung der Wärmewende insbesondere ältere Häuser energetisch saniert werden, was den Energiebedarf senkt. Diese Effekte sind von hoher Bedeutung für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen und sichern sozialverträgliche Wohnkosten.

Voraussichtlich werden diese Effekte durch die EEG-Novellierung, Reformen im Ausbau Erneuerbarer Energien und ansteigende CO₂-Bepreisung mit der Zeit sogar noch stärker.

Kosten und Investitionen

Ein Hauptargument gegen die Wärmewende ist zumeist die Finanzierbarkeit. Ein Blick über den Tellerrand zeigt jedoch, dass die Wärmewende sowohl für den Staat als auch für die Bürger*innen wirtschaftlich ist.

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@Stadt Rostock

Die Stadt Rostock hat für die Erstellung ihres Wärmeplans ein Fachgutachten zur Finanzierbarkeit der Wärmewende anfertigen lassen. Dabei hat sich gezeigt, dass der vollständige Umstieg auf erneuerbare Energien selbst kurzfristig nicht zu höheren Energiepreisen führt. 

Situation in Potsdam

Die Stadt Potsdam ist in der vorteilhaften Situation, dass das Heizkraftwerk Süd im Jahr 2030 sein Laufzeitende erreicht. Erhebliche Investitionen werden bis dahin also ohnehin nötig sein. Diese können demnach direkt in zukunftsorientierte Technologien fließen. Ein Großteil der Aufwendungen ist außerdem förderfähig, sodass die Stadt weniger belastet wird.

 

Die Mehrheit der Potsdamer*innen ist bereits an das Fernwärmenetz angeschlossen. Die Wärmewende kann also von zentraler Stelle koordiniert werden und die Einwohner*innen profitieren direkt von den stabilen und günstigen Energiepreisen, die durch erneuerbare Energien sichergestellt werden.

Die Vielzahl der Mehrfamilienhäuser, die durch Fernwärme versorgt werden, können durch ein umfangreiches Sanierungskonzept der Stadt effizient auf die veränderten Anforderungen der Energieversorgung (etwa niedrigere Vorlauf- und höhere Rücklauftemperaturen) vorbereitet werden.

Quellen:

Sanierung bei vulnerablen Hauseigentümer*innen, Öko-Institut e.V., 21. Juli 2022

Ein 6-Punkte-Sofortprogramm für erneuerbare Wärme und effiziente Gebäude, Wuppertal Institut, März 2022

Wärmeplan Rostock, Stand: 3. Mai 2022