Masterplan

Was ist ein Masterplan?

Masterplan-Kommunen haben sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95 % gegenüber 1990 zu senken und ihren Verbrauch an Endenergie in diesem Zeitraum zu halbieren. Dafür erhält die Kommune eine vierjährige Förderung durch den Bund.

Die Stadt Potsdam ist dem Förderprogramm im Jahr 2016 beigetreten und hat im folgenden Jahr einen Masterplan für Potsdam entwickelt. Es wird jedoch nicht angepeilt, die Zielsetzung des Bundes zu erreichen, da die Stadt Potsdam aufgrund eines Gutachtens zum Masterplan der Ansicht ist, dass lediglich eine Reduktion der Treibhausgase um 92 % und des Endenergieverbrauchs um 35 % im Vergleich zum Jahr 1995 möglich sei.

Die Umsetzung der Wärmewende will die Stadt vor allem durch den Einsatz „Grüner“ Fernwärme, einer konsequenten energetischen Gebäudesanierung und dem Ausbau Erneuerbarer Energien erreichen.

Welchen Inhalt hat der Masterplan Potsdam?

Teil des Masterplans ist ein Maßnahmenkatalog, in welchem beschrieben wird, wie die Ziele des Masterplans konkret umgesetzt werden sollen. Der Katalog führt zwar eine Reihe regenerativer Energien auf, die die Stadt in Zukunft stärker einsetzen möchte. Allerdings wird nicht erwähnt, wie die Kapazitäten des Heizkraftwerks-Süd (HKW-Süd) ersetzt werden sollen, die ab 2030 technisch bedingt nicht mehr zur Verfügung stehen werden, obwohl das HKW-Süd 85 % der Fernwärme in Potsdam mithilfe von Erdgas erzeugt.

Diese Planung wurde vielmehr an den Betreiber des HKW-Süd, die Energie- und Wasser Potsdam GmbH (EWP), übergeben, die eine entsprechende Dekarbonisierungsstrategie erstellen soll. Anzumerken ist hierbei, dass sich die EWP nicht ausschließlich im Eigentum der Stadt befindet, sondern 35 % der Anteile bei E.ON edis (Tochter der E.DIS AG, die wiederum mehrheitlich zum E.ON Konzern gehört) liegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dekarbonisierungsstrategie

Zur Umsetzung der von der Stadt vorgegebenen Ziele hat sich die EWP auf vier Säulen geeinigt, auf die der Fokus gesetzt werden soll: Fernwärme, Stromversorgung, Mobilität, Unterstützung der Kunden bei der Senkung ihres Energieverbrauchs. Aus den im Jahr 2022 von der EWP veröffentlichten Plänen geht hervor, dass mit einer deutlichen Reduzierung der CO2-Emissionen erst im Jahr 2038 zu rechnen ist. In einem Interview mit der Zeitung PNN gab Eckard Veil, einer der Geschäftsführer der EWP, zu erkennen, dass das HKW-Süd im Jahr 2030 mit einer Anlage für synthetische Brennstoffe und Wasserstoff ersetzt werden soll.

Quellen:

Masterplan 100 % Klimaschutz, Stadt Potsdam

Teilstudie Klimaneutrale Fernwärme, Stadt Potsdam

Hintergrundpapier Masterplan 100 % Klimaschutz, IFEU

Masterplan & Dekarbonisierung

Die Stadt Potsdam ist eine Masterplan-Kommune und hat im Jahr 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Dennoch sollen maßgebliche Reduzierungen der Emissionen im Fernwärmenetz erst im Jahr 2038 erfolgen.

Bild2.png

Aktuelle Planung der EWP, Stand: Mai 2022

@EWP